Liebe ist frei. So komme- und ich gehöre dir. Wenn du mich zu nehmen weißt. Wenn du dich nur traust. Liebe ist frei und ich ergebe mich, wenn es mir gefällt. Ich wehre mich, wenn es mir gefällt. Liebe ist frei. Ich unterwerfe dich, wenn es mir gefällt. Liebe ist frei. Ich liebe dich, wenn es mir gefällt. Ich hasse dich, wenn mir danach ist. Ich schwöre dir Treue und betrüge dich im nächsten Augenblick. Liebe ist frei. Ich verschmelze mit dir auf Ewigkeit. Liebe ist frei. Ich liebe überhaupt nicht. Weder dich noch jemand anderen. Liebe ist frei. Ich liebe dich, weil ich nicht allein sein will. Liebe ist frei. Ich werde dein Sklave sein und jeder Wunsch ist mir Befehl. Liebe ist frei. Es gibt so viel in mir, was geliebt sein will. Liebe ist frei. Ich liebe lieber Jesus. Liebe ist frei. Ich liebe dich, aber auch die anderen. Liebe ist frei. Ich lasse dich los, weil ich dich liebe. Liebe ist frei. Jeden Tag entdecke ich etwas an an dir, dass ich dich noch mehr liebe. Liebe ist frei. Ich liebe dich, weil du mich so liebst. Liebe ist frei. Nur weil ich liebe, hat meinen Leben einen Sinn. Liebe ist frei. Ich beherrsche dich, weil ich dich liebe. Liebe ist frei. Ich liebe dich für den, der uns erschuf. Liebe ist frei. Ich liebe es, wenn du lachst. Liebe ist frei. Ich liebe es, wenn wir streiten. Liebe ist frei. Morgen bist du weg, aber streichle mir noch heute über den Kopf. Liebe ist frei. Ich liebe meinen Hund mehr als alle Menschen. Liebe ist frei. Ich liebe mich selbst am meisten. Liebe ist frei..........................................................................................................................................
Das ist ein schöner, leidenschaftlicher Text. Und da wäre ich schon bei dem Punkt, warum diese Liebe unfrei ist. Das hier ist leidenschaftlich. Deshalb.
AntwortenLöschenDafür, dass Liebe frei ist, braucht sie - oder die Liebenden - wirklich viel vom Spiel der Unterwerfung, des Herrschens, des Verletzens, der Abwechslung, der Bedingungen, um zu überleben. Dem Menschen genügend zu überleben. Ich empfinde diese Liebe, die hier beschrieben ist, nicht als frei, sondern vor allem als launisch und ihrer eigenen Dynamik unterworfen. Der Dynamik der Menschen dahinter, die sie ausleben. Der Dynamik der persönlichkeitstypischen Wünsche und Befriedigungsmuster. Aber vielleicht wolltest du genau das damit mitteilen, oder?
Die freie Liebe, ungebunden am Menschen, ist wohl eine Art ewige Vollkommenheit. Vielleicht ist sie ungebunden sogar einfach nur Gott. Vielleicht ist Liebe aber auch gar nicht mystisch, sondern wird von uns mystifiziert, damit wir das, was Menschen elementar zusammenhält, eben mehr ist als ein biochemischer-biohormoneller Prozess, der genetisch bedingt ist. Vielleicht ist die Liebe und ihre Spiritualität einfach nur erfunden, wie der freie Wille, wie Gerechtigkeit, wie die Chronologie der Zeit und Gott. Vielleicht, vielleicht. Erscheint mir nüchtern betrachtet fast wahrscheinlicher. Doch wer will beim Gedanken über die Liebe schon den Kopf nüchtern halten?
Also erst einmal zu deinem Kompliment: Ich hämmerte es heute morgen in die Tasten, ein reiner Assoziationstext, den ich nach jetzigem wieder durchlesen sehr unharmonisch finde. <Und den findest du gerade "schön" (Zitat Z.1).
AntwortenLöschenAber nun zum Inhalt. Für dich schließen sich Freiheit und Leidenschaft aus? Tun sie ja auch auf eine Weise. Auf eine andere aber ist es nur eine Frage der Definition von Freiheit. Ich kann doch eben frei sein, unfrei zu sein. Und ich glaube genau das tut alle Liebe, wo leidenschaftliche Gefühle noch erlaubt sind.
Die Leidenschaft fordert von der Liebe sich freiwillig ihrer Freiheit zu entledigen.
Ich würde schon den Kopf nüchtern halten wollen, wenn mir irgendjemand plausibel machen könnte, was es bedeutet, dass Liebe nur die Summe biochemischer-biohormoneller Prozesse ist.
Ich bin keine Maschine. Zu mir spricht das nicht, auch wenn ich sowohl den Inhalt als auch die Konsequenz verstehe.
Aber wir sind beseelte Menschen- so fühlen wir es zumindest. Und als solche brauchen wir Antworten. Wenn man den Mensch natürlich nur als materielles Wesen verstehen mag, dem mag die Antwort sogar befriedigen. Die anderen- und ich glaube das ist immer noch die Mehrheit- bleiben mit einem:
Und jetzt? zurück. Das kannst du deinem Staubsauger erzählen.
[Eigentlich darf ich gar nicht hier sein, eigentlich muss ich ein Essay über Leibniz Antwort aus Moulineux fertig bekommen, was ich schon hätte abgeben sollen. Aber die zwei Kinder waren krank und nun tun meine Knochen und der Kopf weh, ob psychosomatisch oder in "echt", weiß ich nicht. Aber es ist als könnte ich nicht schreiben, sobald es ein Auftrag ist. Ich werde steif und verkrampft.
Kennst du die große Frage des Hern Moulineux?? Ich finde sie an sich hochinteressant]
Huhu Mary,
AntwortenLöschenich bin der Meinung, dass man sich nicht dafür entscheiden kann, Leidenschaft zu empfinden. Und wenn man sie empfindet, kann man sich nicht ihrer entziehen. Man kann nicht sagen: Ich entziehe mich nun der Leidenschaft. Und das hat für mich nichts mit Freiheit zu tun. Sollte das jemals jemandem gelingen, würde ich sagen, war es keine Leidenschaft. Natürlich ist alles wie so immer Definitionssache. Belegen kann ich das natürlich nicht.
Für mich ist es ein Unterschied, wie ich mich und uns Menschen selbst empfinde und was ich eigentlich wirklich fassen / nachweisen kann. Ich empfinde uns als beseelte Wesen, genauso wie du. Ich empfinde auch Tiere als beseelt. Aber ob ich das bin, weiß ich nicht. Ich musste auch lernen, keine Erklärung für die Liebe zu suchen, die meiner Annahme (meinem Glauben, eine Seele zu haben) am nächsten steht. Ich musste lernen, (generell in allen Themen) nach dem Ansatz zu suchen, der die Liebe (oder jedes andere Thema) am ehesten erklären kann. Und da, muss ich sagen, Gott sei Dank und zum Glück, ergänzen sich eigentlich biochemische und spirituelle Ansätze (noch) sehr gut. Sie sind wie Puzzleteile, die sich nicht widersprechen, sondern einander besser beleuchten können. ❤
Dennoch: Die meisten wären erschrocken, wenn sie wüssten, was die unbewussten, eben doch biochemischen Kriterien sind, die unsere Entscheidungen für oder gegen jemanden begünstigen. Das ist eine unglaublich komplexe Welt. Viele Menschen denken, die Welt des Mikro- und Makrokosmos könne nicht so komplex sein wie die menschlichen Gedanken- und Gefühlswege, geschweige denn so innig wie die Spiritualität. Ich sehe das inzwischen anders. Die Welt der kleinen Teilchen und der gigantischen Größen hat mich sehr bereichert ... Und tatsächlich, mir scheint es, als würde ich alles dadurch besser verstehen. Es hat mich durch die Größe und Komplexität, die ich darin erlebt habe, noch spiritueller werden lassen. Seltsam, oder?
Aber letztendlich denke ich, über Liebe lässt sich nicht streiten. Für mich ist das in deinem schönen Text keine Freiheit, weil man sich nicht gegen die Leidenschaft entscheiden kann. Und genau dieser Widerspruch macht diesen Text für mich so reizend. Es ist, als würde eine Sklavin, gefesselt, im Kerker wild lachen und sagen: "Ich bin frei! Ihr kriegt mich nicht!"
Achso: Egal ob direkt runtergeschrieben oder nicht, ich finde den Text stark. Ausdrucksstark! Ich glaube, dieses einfache Runterschreiben ist wirklich eine tolle "Loslassübung" … Sollte ich auch wieder machen!
P.S.: Nein, die großen Fragen des Herrn Moulineux kenne ich leider nicht. :S
AntwortenLöschenTouche! Die Leidenschaft klopft gewöhnlich nicht an die Tür und bittet höflichst um Erlaubnis eintreten zu dürfen.
AntwortenLöschenNur ein Miniwiderspruch sei mir erlaubt. Wie viele Menschen sperren sie genau deshalb weg? Nicht einmal bewusst, aber weil sie durch schmerzhafte Erfahrungen nun Angst vor ihr haben. So halten sie nun Abstand zum Feuer und werden nur lieben, ohne sich selbst zu sehr zu involvieren. Und so funktioniert die Liebe wiederum nicht.
Was will ich eigentlich sagen? Ich glaube, dass man weder frei ist, wenn man liebt, noch wenn man nicht liebt, in beiden Fällen ist man gefangen, so wie deine wild lachende gefesselte Sklavin. Nur die einen merken es nicht so sehr, wie die anderen.
Deshalb kann man nach Miri-Logik sagen, dass die Liebe frei ist oder es keine Freiheit gibt.
Aber nun zum Herrn Moulineux. Die Frage selbst kennst du bestimmt.
1688 stellte er sich vor, ein von Geburt an blinder Mensch könne nun sehen. Würde dieser Mensch eine Kugel und einen Würfel nur mit den Augen erkennen können? Könnte er eine Verbinung schaffen zwischen seinem Tastsinn und seinem Sehsinn, OHNE die Kugel zu berühren?
Herr Moulineux und sein Freund Locke bestreiten dies. Und der Herr Leibniz hält genau das nicht nur für möglich, sondern für sicher: Ja, er kann.
Hier scheidet sich also der Geist der Empiristen und der Rationalisten voneinander. Leibniz argumentiert, dass der Tastsinn auch geometrisch orientiert ist, also die Kugel und der Würfel durch die Hände aufgrund ihrer verschiedenen Oberflächenstruktur aus einander gehalten wird.
Die Kugel, weil sie keine Ecken hat und einförmig ist und der Würfel, weil er acht hervorstechende Ecken hat.
Leibniz betont, dass man der Versuchsperson wenigstens eine vorab-Information geben muss. Nämlich, dass die Wahrnehmung der Augen sich mit dem des Tastsinnes decke.
Merkwürdigerweise scheint diese Streitfrage bis heute nicht geklärt!
Ich habe mich dann gefragt, ob man sie nicht schon beantworten könne, wenn man schaut wie ein von Geburt an blinder Mensch eine Kugel malen würde. Würde sie auch rund sein? Dann wäre es gut möglich, dass er sie auch mit den Augen erkennt.
Andererseits ist so ein Experiment wohl kaum machbar, bzw. brauchbar, denn wie willst du wissen, ob derjenige nicht einfach reizüberflutet war und deshalb verwirrt. Können wir uns überhaupt vorstellen, wie krass das sein muss, wenn jemand plötzlich sieht?
Laut Wikipedia wurde dieses Jahr das Experiment mit einst blinden Kindern gemacht und sie konnten die Kugel und den Würfel nicht ohne tasten erkenne.
Also hatten Moulineux und Locke doch recht. Geht Leibniz hier fälschlicherweise von einer Fähigkeit des Geistes aus, die er gar nicht hat. Nämlich die beiden Sinn ohne deren gemeinsame Erfahrung zusammenzubringen?
Ich war intuitiv auch eher Leibniz Meinung,nicht weil ich unbedingt an eingeborene Prinzipien glaube, sondern weil ich meinte, die Person könne doch die Kugel im Kopf nachfühlen. Und dann würde er merken, dass es eine kreisförmige Bewegung ist, die er nun auch optisch wahrnimmt.
Nun glaube ich aber, dass es zu schnell gedacht war, denn das neue erkennen wir nicht so schnell. Er bräuchte Zeit.
Ha- doch noch was!
AntwortenLöschenLiebe ist frei. Sagt das nicht eigentlich genau das, was du so schön dargelegt hast? Die Liebe macht was sie will. Sie ist frei, wir nicht, wenn wir sie in unser Leben lassen. Aber ohne sie, können auch wir nicht frei sein....